Ankommen – zuhause – glücklich

Stimmengewirr, Lachen und amerikanischer Jazz vom Band. Es ist kurz vor 22 Uhr und das halbe Dorf sitzt um uns herum und genießt das Abendessen. Mama mit Papa und Tochter am einen Tisch, die Großfamilie an einem anderen, eine große Gruppe aus Freunden mit Kindern am nächsten.

Unser Tisch ist mittlerweile übersäht mit Besteck, Gläsern und Brotkrümeln. Keiner stört sich an meiner kleinen Dame, die höchst konzentriert Wasser vom einen Glas ins nächste und wieder zurück kippt. Dabei schwappt immer wieder etwas auf die Tischdecke….egal. Es stört einfach keinen. Niemand schaut uns schräg an oder verlangt von uns Eltern, einzuschreiten. Ganz entspannt kann ich das Surren und Schwirren genießen, das ich immer fühle, wenn ich ankomme und entspanne.

Hier, in Mittelitalien, einem winzigen Dorf bei Arezzo komme ich an. Es ist vollkommen egal, dass ich Tourist bin. Keiner macht hier für mich eine Dose Extrawurst auf, keiner legt für mich goldenes Besteck aus. Ich bin einfach da. So, wie alle anderen auch. Natürlich merken alle, dass ich nicht von hier komme (nicht zuletzt an meinem schlechten Italienisch-Englisch-Sprach-Mix)…aber es kümmert eben keinen.

Ich sitze im einzigen Restaurant des Dorfes. Es gehört zu dem Campingplatz, auf dem wir unseren Wohnwagen geparkt haben. Unser mobiles Zuhause. Sowohl der Swimmingpool als auch der kleine Spielplatz werden von der Dorfgemeinschaft mit genutzt….und so ist hier einfach immer was los. Während die meisten Camper nach einem aufregenden Sightseeing-Tag unter sich bleiben, zieht es mich zu den Einheimischen.

Bereits in der Früh, geht es zum einzigen Tante-Emma-Laden im Ort. Hier heißt das „Alimentari“. Mit Händen und Füßen bestellen wir Brötchen und einen Espresso. Es wird gelacht, gerätselt und wieder spüre ich, dass ich entspanne. Während ich meinen Espresso genieße, lausche ich den Unterhaltungen. Die alte Dame erledigt ihre Besorgungen für den Tag. Alles kocht sie frisch. Immer. Warum die Menschen hier so alt werden, beantwortet sich von selbst.

Unsere kleine Dame wird überall freundlich begrüßt. Sie kann frei herumlaufen und wie von selbst taut sie auf. Fröhlich winkt sie allen Menschen. Ein liebevolles „Ciao“ kommt zurück und zaubert Kind und Erwachsenem ein Lächeln ins Gesicht.

Perfekt ist hier nichts…außer der Moment.

Zwei Orte auf diesem Planeten haben die Kraft, mich so zu erden. Wie und warum?! Keine Ahnung…. ist aber auch egal. Genau in diesem Moment – 23:18 Uhr – verebben langsam die Kinderstimmen. Langsam kommt auch hier alles zur Ruh.

Ich wünsche Euch allen, eben einen solchen Ort!

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